Zum Inhalt springen

Veröffentlicht am 21. Juli 2026

Elternzeit beantragen 2026: Fristen & Dauer

Elternzeit beantragen leicht gemacht: Fristen, Dauer, Anspruch in Österreich & Deutschland. Alle Infos für Arbeitnehmer hier.

Was ist Elternzeit? Definition und Überblick

Elternzeit beantragen ist das Recht von Arbeitnehmern, sich nach der Geburt oder Adoption eines Kindes zeitweise von der Arbeit freistellen zu lassen. Die Elternzeit beantragen Eltern, um sich der Kinderbetreuung zu widmen, ohne ihren Arbeitsplatz zu verlieren. In Österreich und Deutschland gibt es unterschiedliche Regelungen für die Dauer und Fristen. Arbeitnehmer müssen die Elternzeit beim Arbeitgeber anmelden (in Deutschland in Textform, zum Beispiel per E-Mail oder Brief) und dabei gesetzliche Fristen einhalten. Der Anspruch auf Elternzeit beantragen besteht unabhängig vom Einkommen und der Betriebsgröße. Viele Eltern nutzen die Möglichkeit, Elternzeit zu beantragen, um in den ersten Lebensjahren des Kindes präsent zu sein.

Rechtslage in Deutschland

In Deutschland regelt das Bundeselternzeitgesetz (BEEG) die Elternzeitregelung. Arbeitnehmer können Elternzeit beantragen ab der Geburt des Kindes bis zum dritten Geburtstag. Das Gesetz erlaubt, Elternzeit beantragen in drei Blöcken aufzuteilen. Die Anmeldefrist für Elternzeit bis zum dritten Geburtstag des Kindes beträgt sieben Wochen vor Beginn, in Textform beim Arbeitgeber (für Elternzeit zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag 13 Wochen). Beide Elternteile können parallel Elternzeit beantragen, oder nacheinander. Der Anspruch auf Elternzeit besteht für jeden Elternteil bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes (Paragraf 15 Absatz 2 und 3 BEEG). Ein Anteil von bis zu 24 Monaten kann zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr des Kindes genommen werden. Die Elternzeit kann von jedem Elternteil allein oder von beiden gemeinsam genommen werden. Die Mutterschutzfrist wird auf die Elternzeit der Mutter angerechnet. Das Elterngeld beträgt 65 bis 100 Prozent des Nettoeinkommens, maximal 1800 Euro monatlich. Der Arbeitgeber darf die Elternzeitanmeldung nicht ablehnen, wenn sie fristgerecht eingereicht wurde. Während Elternzeit beantragen ist der Kündigungsschutz nach Paragraf 18 BEEG besonders streng.

Rechtslage in Österreich

In Österreich regeln das Mutterschutzgesetz (MSchG) und das Väter-Karenzgesetz (VKG) die Karenz (österreichischer Begriff für Elternzeit). Die Karenz schließt an die Schutzfrist nach der Geburt an und kann bis zum Ablauf des 22. Lebensmonats des Kindes genommen werden; wird die Karenz zwischen Mutter und Vater geteilt oder ist der Elternteil alleinerziehend, reicht der Anspruch bis zum Ablauf des 24. Lebensmonats (Paragraf 15 und 15a MSchG, Paragraf 2 und 3 VKG). Die Karenz muss mindestens zwei Monate betragen und kann zweimal zwischen den Eltern geteilt werden; eine gleichzeitige Karenz beider Elternteile ist grundsätzlich nicht zulässig. Die Mutter gibt Beginn und Dauer der Karenz dem Arbeitgeber bis zum Ende der Schutzfrist nach der Geburt bekannt, der Vater spätestens acht Wochen nach der Geburt, wenn er die Karenz zum frühestmöglichen Zeitpunkt antritt. Beginnt die Karenz später, ist sie in der Regel spätestens drei Monate vor dem Antritt bekannt zu geben (Paragraf 15 Absatz 3 MSchG, Paragraf 2 Absatz 5 VKG). Das Kinderbetreuungsgeld wird in Österreich entweder als pauschales Kinderbetreuungsgeld-Konto (Stand 2026: 17,65 bis 41,14 Euro täglich, je nach gewähltem Zeitraum) oder als einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld (80 Prozent der Letzteinkünfte, Stand 2026 höchstens 80,12 Euro täglich) ausbezahlt. Die Beträge werden regelmäßig angepasst. Der Kündigungsschutz während Elternzeit in Österreich ist besonders streng geregelt. Für den Anspruch auf Karenz muss der Elternteil in einem Dienstverhältnis stehen und mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt leben; eine Mindestbeschäftigungsdauer nennt das Gesetz dafür nicht. Für das Kinderbetreuungsgeld sind die Untersuchungen des Eltern-Kind-Passes (bisher Mutter-Kind-Pass) nachzuweisen. Die Karenz kann zweimal geteilt werden, und jeder Karenzteil muss mindestens zwei Monate betragen.

Schritt-für-Schritt Anleitung zum Elternzeitantrag

1. Frühzeitig planen: Bestimmen Sie mindestens sechs Monate vor geplanter Elternzeit, wann Sie diese nehmen möchten und informieren Sie Ihren Arbeitgeber informell. Dies verhindert Überraschungen und zeigt Verantwortung. 2. Antrag vorbereiten: In Deutschland genügt die Textform, zum Beispiel eine E-Mail (Paragraf 16 Absatz 1 BEEG); in Österreich nennt das Gesetz für die Bekanntgabe keine bestimmte Form, eine schriftliche Mitteilung ist aber zu Beweiszwecken ratsam. Verwenden Sie ein Antragsformular oder schreiben Sie einen formalen Brief mit Angabe des Beginns und der Dauer. 3. Rechtzeitig einreichen: In Deutschland müssen Sie die Elternzeit spätestens sieben Wochen vor Beginn verlangen (Paragraf 16 Absatz 1 BEEG); in Österreich gibt die Mutter Beginn und Dauer der Karenz bis zum Ende der Schutzfrist nach der Geburt bekannt, der Vater spätestens acht Wochen nach der Geburt, wenn er die Karenz zum frühestmöglichen Zeitpunkt antritt. Schicken Sie den Brief per Einschreiben oder persönlich mit Bestätigung ab. 4. Bestätigung einholen: Fordern Sie schriftlich vom Arbeitgeber eine Bestätigung des Antrags an. Bewahren Sie diese auf, falls später Streitigkeiten entstehen. 5. Kinderbetreuung und Einkommen klären: Sprechen Sie mit Ihrer Krankenkasse oder Familie Service über Elterngeld- oder Kinderbetreuungsgeldanträge. Diese sind separate Anträge. 6. Rückkehrtermin absprechen: Vereinbaren Sie mit dem Arbeitgeber frühzeitig, wann Sie zurückkehren werden. Dies ist besonders wichtig für längere Karenzzeiten. 7. Arbeitsvertrag überprüfen: Prüfen Sie, ob Ihr Arbeitsvertrag oder Kollektivvertrag Besonderheiten zur Elternzeit regelt, die über die Gesetze hinausgehen.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Fehler 1: Zu spät Elternzeit beantragen. Viele Arbeitnehmer reichen den Antrag zu kurzfristig ein und verpassen damit die gesetzliche Frist. Die Lösung: Markieren Sie sich im Kalender die Fristen (in Deutschland sieben Wochen vor geplantem Start) und reichen Sie den Antrag sofort ein. Ein verspäteter Antrag kann abgelehnt werden. Fehler 2: Mündliche statt schriftliche Anmeldung. Ein mündliches Gespräch mit dem Chef ist kein gültiger Elternzeitantrag. Die Lösung: Schreiben Sie immer formal schriftlich und schicken Sie das Schreiben per Einschreiben. Bewahren Sie eine Kopie auf. Fehler 3: Falsches Formular oder unvollständige Angaben. Wenn Geburtsdatum des Kindes oder Startdatum fehlen, kann der Antrag abgelehnt werden. Die Lösung: Nutzen Sie offizielle Formulare der Arbeiterkammer oder Ihres Bundeslandes und prüfen Sie alle Felder doppelt. Fehler 4: Vergessen, beide Elternteile anzumelden. Wenn nur ein Elternteil Elternzeit beantragen möchte, muss dies klar kommuniziert werden. Die Lösung: Sprechen Sie mit Ihrem Partner ab und dokumentieren Sie schriftlich, wer wann Elternzeit nimmt. Fehler 5: Keine Rückkehrbestätigung. Nach Elternzeit wird manchmal unklar, ob der Arbeitsplatz noch existiert. Die Lösung: Vereinbaren Sie schriftlich mit dem Arbeitgeber den genauen Rückkehrtag und ggf. die Rückkehr in Teilzeit. Fehler 6: Elterngeld und Kinderbetreuungsgeld nicht separat beantragen. Nur Elternzeit beantragen reicht nicht für finanzielle Unterstützung. Die Lösung: Stellen Sie parallel Anträge bei der Elterngeldstelle (DE) oder beim zuständigen Krankenversicherungsträger (AT).

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert Elternzeit maximal?

In Deutschland besteht der Anspruch auf Elternzeit für jeden Elternteil bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes; bis zu 24 Monate können zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag genommen werden. In Österreich dauert die Karenz längstens bis zum Ablauf des 22. Lebensmonats des Kindes, bei Teilung zwischen den Eltern oder bei Alleinerziehenden bis zum Ablauf des 24. Lebensmonats.

Wann muss ich Elternzeit beantragen einreichen?

In Deutschland müssen Sie Elternzeit spätestens sieben Wochen vor Beginn in Textform verlangen. In Österreich gibt die Mutter die Karenz bis zum Ende der Schutzfrist nach der Geburt bekannt, der Vater spätestens acht Wochen nach der Geburt, wenn er die Karenz zum frühestmöglichen Zeitpunkt antritt. Eine verspätete Anmeldung kann zur Ablehnung führen.

Bekomme ich während Elternzeit mein Gehalt?

Während Elternzeit selbst erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber keinen Lohn. Allerdings können Sie Elterngeld in Deutschland (65 bis 100 Prozent des Nettoeinkommens, höchstens 1.800 Euro monatlich) oder Kinderbetreuungsgeld in Österreich beantragen. Dessen Höhe hängt von der gewählten Variante ab (pauschal oder einkommensabhängig); es wird beim Krankenversicherungsträger beantragt. Beide Anträge erfolgen separat von der Elternzeit- beziehungsweise Karenzanmeldung.

Kann der Arbeitgeber Elternzeit ablehnen?

Nein, wenn die Elternzeit fristgerecht angemeldet wurde, kann der Arbeitgeber die Anmeldung nicht ablehnen. Der Kündigungsschutz während Elternzeit ist besonders streng. Der Arbeitgeber muss die Elternzeit gewähren.

Kann ich Elternzeit in mehreren Teilen nehmen?

Ja, in beiden Ländern ist dies möglich. In Deutschland kann jeder Elternteil die Elternzeit auf bis zu drei Zeitabschnitte verteilen (Paragraf 16 Absatz 1 BEEG), in Österreich kann die Karenz zweimal zwischen den Eltern geteilt werden, wobei jeder Karenzteil mindestens zwei Monate dauern muss (Paragraf 15a MSchG, Paragraf 3 VKG).

„Meldung der Elternkarenz“ erstellen

Rechtssicher für Österreich und Deutschland — in unter 60 Sekunden.

Jetzt erstellen →

Weitere Ratgeber

Dieser Artikel wurde automatisch erstellt und dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Für individuelle Fragen wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt.